Craniosacrale Biodynamik

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Die Craniosacrale Biodynamik ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode, die sich aus der Osteopathie entwickelt hat. Dabei leitet sich das Wort Craniosacral von den lateinischen Begriffen Cranium (Kopf) und Sacrum (Kreuzbein) ab. Diese sind die beiden Endpunkte des Zentralnervensystems und die häufigsten Berührungspunkte bei der Behandlung.
Alles Erlebte, unter anderem besonders starke Einflüsse auf körperlicher und seelischer Ebene, bleiben im Gewebe gespeichert. Man spricht vom sogenannten „Zellgedächtnis”. Kann der Körper diese „Blockaden” nicht vollständig alleine auflösen, so behindern sie die natürliche Eigenbewegung von Knochen, Geweben und Organen, sowie den Energiefluss im Körper.
Die Behandlung erfolgt durch achtsame Berührungen und hat zum Ziel, Blockaden und alte Erinnerungsmuster (Verletzungen und Traumata) im Körper zu lösen. Dadurch wird das natürliche Gleichgewicht und Wohlbefinden wiederhergestellt.
Die Therapie fördert somit beim Klienten die natürliche Regeneration und Entspannung, sodass der Körper seinen inneren Heilungsplan entfalten kann.
Die Craniosacrale Biodynamik arbeitet und wirkt auf körperlicher und seelischer Ebene. Sie unterstützt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems, die Stressschwelle wird erhöht, das hormonelle Gleichgewicht gekräftigt und das Gefühl des Wohlbefindens verstärkt.
Des Weiteren bewirkt die Behandlungsmethode eine Beruhigung des Nervensystems und eine vertiefte Selbstwahrnehmung. Wenn wir innerlich still werden, finden wir auf natürliche Art unsere Mitte wieder und treten in Kontakt mit unseren Ressourcen, die als selbstheilende Kräfte wirksam werden. Zustände von Gereiztheit und Überaktivität beruhigen sich. Gefühle von Lähmung oder Erstarrung verwandeln sich wieder in Lebendigkeit.

Geschichte

Die craniosacrale Osteopathie wurde vom amerikanischen Arzt Dr William Garner Sutherland (1873 − 1954) begründet. Er fand durch jahrzehntelange Studien heraus, dass die einzelnen Schädelknochen nicht fest miteinander verwachsen sind, sondern eine subtile, feine Bewegungsmöglichkeit haben. Dr. Sutherland stellte eine gezeitenähnliche, langsame Bewegung der Schädelknochen fest, die durch die rhythmische Bewegung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) zwischen dem Schädel (= cranium) und dem Kreuzbein (= sacrum) entsteht. Er nannte dies den „primären respiratorischen Mechanismus”.
Er fand weiters heraus, dass das Craniosacralsystem in Beziehung zu anderen Körpersystemen wie Blutkreislauf, Nervensystem, Hormonsystem, Lymphsystem, Atemsystem und Bewegungsapparat steht und sich Störungen oder Blockaden in diesem System zeigen.
Dr. Sutherland entwickelte eine Therapieform, um den Körper bei der Lösung von Störungen und Reorganisation der Körpersysteme in ihrer Verbindung zueinander zu unterstützen.

Indikationen

Die Craniosacrale Biodynamik kann insbesondere bei folgenden Indikationen unterstützend wirken:
  • zur Stärkung des Immunsystems
  • Regulation des vegetativen und zentralen Nervensystems
  • Begleitung bei Genesungsprozessen nach Verletzungen, Krankheiten oder Unfällen
  • Schlafstörungen, Erschöpfungszustände, Depressionen
  • stressbedingte Beschwerden, Burnout-Syndrom
  • Rücken- und Nackenschmerzen
  • Chronische und unerklärbare Schmerzen
  • Kopfschmerzen, Migräne, Schwindelgefühle
  • Menstruationsbeschwerden
  • Schwangerschaftsbegleitung, Geburtsvorbereitung
  • Hyperaktivität von Kindern, Konzentrationsstörungen, Lernschwierigkeiten
  • Dysbalancen im Kieferbereich durch Zahnfehlstellungen
  • Begleitend bei Zahnstellungskorrekturen durch Zahnspangen
  • Unterstützung in belastenden Lebenssituationen
  • Unterstützung von seelischen Prozessen, bei Veränderungen, Entscheidungen
  • zum Krafttanken und Erholen
  • zur Prävention, Gesunderhaltung und für das allgemeine Wohlbefinden
Die Behandlungsform ist für jedes Lebensalter geeignet.

Wie  läuft  eine  Behandlung  ab?

Der Klient liegt in bequemer Bekleidung auf einer Massageliege.
Kinder liegen oder sitzen auf dem Massagetisch oder können auch auf dem Schoß der Eltern sitzen bzw. gehalten werden.
Durch achtsame Berührungen, vor allem bei den Füßen, am Kopf (Cranium) und am Kreuzbein (Sacrum), werden die craniosacralen Rhythmen auf ihre Qualität, Symmetrie und Dynamik hin erspürt. Dabei können tiefsitzende Spannungen und Blockaden erkannt und vom Körper losgelassen werden.
Meist wird der Klient während der Behandlung eine tiefe Entspannung bemerken oder auch einschlafen. Wenn sich Verspannungen und Blockaden lösen, können beim Klienten auch Erinnerungen, Bilder oder Gefühle an die Oberfläche treten.
Die Behandlungen können über längere Zeit einen Entwicklungsprozess begleiten oder auch sporadisch zum Krafttanken eingesetzt werden.

 

Craniosacral-Behandlungen für Kinder und Babys

Craniosacrale Biodynamik für Babys

Die Arbeit mit Kindern ist für mich eine besondere Freude, da sie besonders empfänglich sind und meist unmittelbar auf diese sanften Craniosacral-Behandlungen ansprechen.
Der Körper eines Babys ist bei der Geburt – insbesondere im Bereich Kopf, Hals und Schultern – starken mechanischen Kräften ausgesetzt. Manchmal können diese damit einhergehenden Einwirkungen vom Körper des Babys nach der Geburt nicht bzw. nicht vollständig in die Normalstruktur rückgeführt werden und es bleiben Spannungen im Gewebe zurück, die zu Beeinträchtigungen führen.
Im Rahmen einer Craniosacral-Behandlung können diese Spannungen erspürt und gelöst werden.

Eine Craniosacral-Behandlung kann insbesondere bei folgenden Indikationen hilfreich sein:
Babys:
  • Wenn die Schwangerschaft emotional belastet oder die Geburt mit Komplikationen verbunden war
  • Blähungen, Verdauungsprobleme, Probleme mit Schlucken, Spucken
  • Schiefhals, Schielen
  • Regulation des vegetativen und zentralen Nervensystems – Baby weint viel oder wirkt angespannt oder unruhig oder hat Schlafstörungen
  • Auffälligkeiten bei Bewegungsabläufen oder Entwicklungsverzögerungen
Kinder:
  • häufige Verkühlungen, Ohrenentzündungen
  • Hyperaktivität, Konzentrationsstörungen, Lernschwierigkeiten, Schlafstörungen, Nervosität, Unruhe, Spannungszustände
  • Begleitend bei Zahnstellungskorrekturen durch Zahnspangen